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Rückblick auf den 1. Juli 2026 in Leipzig

Am Abend des 1. Juli 2026 fand im Lene-Voigt-Park in Leipzig eine Gedenkveranstaltung für Marwa El-Sherbini statt. Wir erinnerten gemeinsam mit zahlreichen Besucher*innen an Marwa El-Sherbini und machten auf die bis heute bestehenden Auswirkungen von antimuslimischem Rassismus aufmerksam. 2013 rief der Rat muslimischer Studierender und Akademiker (RAMSA) den 1. Juli zum Tag gegen antimuslimischen Rassismus aus. Die von CLAIM koordinierten bundesweiten Aktionswochen gegen antimuslimischen Rassismus gibt es seit 2018.

Bereits vor Beginn der Gedenkveranstaltung war das Peer-to-Peer-Projekt von ZEOK e. V. mit einer Mitmach-Aktion vor Ort. Mit einem Drehrad, das Quizfragen zum Thema „antimuslimischer Rassismus” enthielt, wollten die Peer-Trainer*innen die Besucherinnen auf eine niedrigschwellige Weise ins Gespräch bringen und zum Austausch anregen. Kurz vor Beginn der Veranstaltung zog jedoch ein Gewitter auf, sodass zunächst wenige Menschen den Weg in den Park fanden. Trotzdem konnten wir uns mit einigen Interessierten austauschen. Sie
beteiligten sich an den Quizfragen und schauten sich die vorbereitete Darstellung zur Lebensgeschichte von Marwa El-Sherbini an. Aus den Fragen entwickelten sich schnell weiterführende Gespräche über antimuslimischen Rassismus, persönliche Erfahrungen und die Frage, wie wir Diskriminierung im Alltag entgegenwirken können.

Neben dem Peer-Projekt waren auch die Jusos Leipzig mit einer Küfa sowie weitere Vereine und Initiativen des Leipziger Bündnisses gegen antimuslimischen Rassismus anwesend und trugen zu einem solidarischen Rahmen der Veranstaltung bei.

Mit Beginn der Gedenkveranstaltung besserte sich das Wetter, sodass diese wie geplant stattfinden konnte. Moderiert wurde der Abend von Lara Fattoumi und Beyza Nur Beroje. Die Teilnehmenden hörten bewegende Redebeiträge, darunter Audiobeiträge des Frauentreffs Dresden, Beiträge von drei engagierten Leipziger Schülerinnen im Alter von 13 bis 14 Jahren sowie von weiteren von antimuslimischen Rassismus betroffenen Menschen. Mit einer gemeinsamen Schweigeminute wurde an Marwa El-Sherbini erinnert und ein Zeichen
gegen Hass und Ausgrenzung gesetzt.

Die Atmosphäre war geprägt von Trauer, Anteilnahme und Solidarität. Besonders die persönlichen Erfahrungen der Betroffenen machten deutlich, welche tiefgreifenden Folgen antimuslimischer Rassismus für das Leben vieler Menschen hat. Im Mittelpunkt des Abends standen das gemeinsame Erinnern an Marwa El-Sherbini, die Sichtbarmachung von antimuslimischem Rassismus und die gemeinsame Verantwortung, jeder Form von
Diskriminierung entgegenzutreten.

Nach den Redebeiträgen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, im Gedenken an Marwa El-Sherbini Blumen niederzulegen. Auch danach entstanden viele wertvolle Gespräche, in denen Erfahrungen ausgetauscht, Fragen gestellt und Möglichkeiten besprochen wurden, sich gemeinsam gegen antimuslimischen Rassismus einzusetzen.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, den Redner*innen, den unterstützenden Initiativen und allen Besucher*innen, die diesen Abend des Erinnerns, der Solidarität und des Austauschs mitgestaltet haben.

Fotos: Lucia-Sophie Hansel und Malin Francke